Franz Weinzettl

Das Glück zwischendurch
Prosa und Verse



      Wäre nun nicht er hier gewesen, hätten nur das Gras, die Bäume selber, ein paar Steine, die Katzen, einige Wildtiere all das Geraschel gehört - etwas daran berührte ihn wieder, ohne daß er recht sagen konnte, weshalb. An den Tagen in der Stadt stellte er sich öfter solch ein Blätter- und Gräserrascheln, ungehört von einem Menschen oder sonst einem Lebewesen, vor, irgendwo gerade im heimischen Kogelwald oder in einem der Wälder weit weg, in denen er schon umhergewandert war. Gern dachte er sich jene Geräusche als Selbstgespräche jener Gewächse, in den Wind geflüstert und gemurmelt von etwas oder jemand sehr Einsamen. Das Traurige (Sinnlose?) daran; zugleich die Verschwendung von etwas sehr Schönem und Zartem. Verschwendung? Nein, vergeudet hätte ein Baum seine Kraft, hätte er verhindert, die Blätter im Wind schwanken zu lassen, gleichgültig, ob jemand anderer es wahrnahm oder nicht.



Sensible und sprachlich präzise erfasste Welt- und Selbstwahrnehmung zeichnet Franz Weinzettls Prosa wie auch seine Verse aus. Sei es die Kontemplation eines Sternhimmelschauers in der Mittsommernacht, die heimlich beobachtete Hand einer ansonsten verdeckt bleibenden Unbekannten auf einer Zugfahrt oder seien es schlichte Verse wie im Gedicht Nachsommer: »Hinter den Gläsern / mit ‚Sturm‘, / den kleinen / vergitterten Fenstern / die Rosen / mit glänzenden Fäden« – immer wieder gelingt es dem Autor, unauffälligen und stillen, ja oft alltäglichen Lebensmomenten durch genaues Hinschauen und Hinhorchen jene Intensität zu verleihen, durch die sie als erfüllte ganz alleine zu bestehen vermögen.

Das Glück zwischendurch umfasst unveröffentlichte und verstreut erschienene Prosatexte und Gedichte des 1955 in Feldbach (Steiermark) geborenen Franz Weinzettl, der als Schriftsteller und Psychotherapeut in Graz lebt. Die Auswahl der Texte spannt einen Bogen von der Mitte der Siebziger Jahre bis in die Gegenwart und dokumentiert die stete Entwicklung eines Werks, das in seiner Eigenständigkeit von erstaunlicher Stringenz ist. Ein Band, der – so der Autor – »die Summe dessen, was mich beschäftigt, im Kleinen« enthält.

Franz Weinzettl, geb. 1955 in Feldbach, lebt als Schriftsteller und Psychotherapeut in Graz. In der Edition Korrespondenzen erschienen: Auf halber Höhe (Neuausgabe 2003), Der Jahreskreis der Anna Neuherz (überarbeitet Neuausgabe 2004), Zwischen Nacht und Tag (1996, Übernahme aus dem Residenzverlag) und 2007 Abseits, auf den Gleisen.




Franz Weinzettl, Das Glück zwischendurch. Prosa und Verse
Originalausgabe
144 Seiten, gebunden, Fadenheftung, Lesebändchen
Limitierte, nummerierte und signierte Auflage von 500 Exemplaren
ISBN 3-902113-06-5     € 19,20 / sfr 32,80


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