Anja Utler

Von den Knochen der Sanftheit
Behauptungen, Reden, Quergänge


Wie sprechen? Wie muss ein Sprechen aussehen, damit es Verhältnisse tatsächlich erfahrbar macht, statt sie zu verdecken, vergröbern, die Beziehung zu ihnen zu sedieren? Und wie muss ein Gedicht aussehen, damit es nicht nur hübsch klimpert, sondern seine Lautung dem Körper und dem Denken andere Bewegungen ermöglicht?
Anja Utlers Antworten laufen quer zu den derzeit üblichen Diskursen und eröffnen zugleich ein Feld neuer Fragen. Ins Visier genommen werden unter anderem eine fraglos abzunickende »Auerhahn-Literatur«, die Tendenz zu alltäglicher Selbstversklavung, oder auch gängige Begriffe wie »Partitur«, »Tradition« und »Experiment«, die poetische Texte eher verschleiern statt erhellen.
Von den Knochen der Sanftheit ist ein fulminantes Plädoyer für ein Sprechen, das sich aussetzt, das berührt und kratzt. Ebenso kämpferische wie angreifbare Texte, die lustvoll dazu provozieren, sich mit dem eigenen Verhältnis zu Sprache, Welt und Selbst produktiv auseinanderzusetzen.



Anja Utler, geb. 1973 in Schwandorf, lebt in Regensburg und Wien. Auszeichnungen (u. a.): Leonce-und-Lena-Preis für Lyrik 2003, Basler Lyrikpreis 2014. 2015 war sie Writer-in-Residence am Oberlin College in Ohio. In der Edition Korrespondenzen erschien
münden – entzüngeln (2004), brinnen (2006), eine gleichnamige CD, jana, vermacht (2009) und ausgeübt. Eine Kurskorrektur (2011).




Anja Utler, Von den Knochen der Sanftheit. Behauptungen, Reden, Quergänge
Originalausgabe
192 Seiten, Broschur, Fadenheftung
ISBN 978-3-902951-18-2     € 19,00

Videoporträt