Nur Gott ist. Die Geister sind Erscheinungen.
Blinde Maschinenschatten, die den KUSS verdecken.
Mein TOD ist mein TOD. Ihn teile ich nicht mit dem
dumpfen Frieden anderer Vernichteter unter der Erde.
Wer immer auch niederkniet an meinem Grab,
die Erde wird erbeben. Ich werde dir den süßen Saft aus
dem Nacken und den Genitalien saugen. Gib mir deinen Mund.
Gib Acht, dass dir kein Dorn das Trommelfell
durchbohrt, wenn du dich wälzt wie ein Wurm,
lebend vor einem Toten. Sanft, sanft soll dich diese
Sauerstoffbombe waschen. Sie soll dich nur so viel zerreißen,
wie es dein Herz erträgt. Steh auf und
merke dir: Ich liebe jeden, der mich erkennt.
Immer. Steh jetzt auf. Du hast dich ergeben und bist erwacht.
»Mit mir schläft man auf hartem Boden unter Skorpionen, aber auch dort, wo man Früchte pflückt und murmelt, du bist die Farbe, du bist die Farbe.« Radikal und kompromisslos lebt Tomaž Šalamun seine eigenen Albträume und Ekstasen, doch er lebt auch unsere. Er verzeichnet in extremis die Wunder und Verbrechen des sich selbst verschlingenden und gebärenden Kosmos, »den Kampf um den Samen, der im All abläuft«.
Ballade für Metka Krašovec ist ein Buch über Liebe und Lust. Ein Buch, in dem Šalamun die Erlebnisse eines aufwühlenden Jahres bannt, durchwirkt von seiner Poesie, in der es keine Trennung zwischen Realem und Surrealem, zwischen Magie und Wirklichkeit gibt.
Warme Erinnerung an die Kindheit in Slowenien, die Hochzeitstage mit seiner Frau Metka, die Nächte mit seinem mexikanischen Geliebten Alejandro (»siehst du denn nicht, dass er mir als Christus erschienen ist«) – alles wird einer befreienden Poetik der omnipräsenten Verzückung unterworfen und folgt den Geboten der »Transgression«, der Überschreitung poetischer Geschmacks- und Tabugrenzen.
Tomaž Šalamun, geb. 1941 in Zagreb, aufgewachsen in Koper, lebt in Ljubljana. Er gilt als »der produktivste Störenfried und wortmächtigste Häretiker in der slowenischen Gegenwartsliteratur« (Michael Braun). Seine Gedichte sind in fast alle europäischen Sprachen übersetzt. In der Edition Korrespondenzen erschienen die beiden Auswahlbände Vier Fragen der Melancholie (2003, zweisprachige Ausgabe) und Aber das sind Ausnahmen (2004), übersetzt von Peter Urban.
Tomaž Šalamun, Ballade für Metka Krašovec
Aus dem Slowenischen von Fabjan Hafner
176 Seiten, Hardcover, fadengeheftet, mit Lesebändchen
ISBN 3-902113-38-3 € 22,20 / sfr 37,30
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