E. A. Richter

Schreibzimmer
Gedichte


Der rosenlose Soldatenfriedhof, ein Foto des jungen Kafka oder auch einzelne Wörter wie »Alarm«, »Band«, »Schlaf« oder »Tresor« – eher unspektakulär wirken die Impulsgeber zu Richters Gedichten, und doch sind es Glücksfunde. Denn sie ergreifen den Autor im richtigen Moment und setzen Bilder und Verse frei. Gespeist von Erinnerung und Imagination, von Vergangenheit und möglicher Zukunft, scheinen in vielen Gedichten neue Aspekte des Sohn-, Vater- und vor allem Partnerseins auf.
Andere wiederum dokumentieren die scharfe Wachsamkeit gegenüber dem eigenen Körper, dessen Details und Veränderungen im Lauf der Zeit. Ob auf Reisen, im Konzertsaal oder allein zu Hause – in jeder Lage werden die feinen Übergänge von Außenwelt und Innenleben, die Wechselwirkungen und Spuren von Traum und eindringlicher Realität verzeichnet und reflektiert.

Richters elastisch wandelbare, farbige Sprache erlaubt ihm, souverän zwischen schmissiger Verkürzung und reicherer Sprachausstattung, distanziertem Pathos und gebrochener Ironie zu wechseln, und besticht durch den ihr eigenen »Prosa­sound, weil er nichts als Lyrik ist« (Helmut Gollner).



E. A. Richter, geb. 1941 in Tulbing, lebt in Wien. 1970 bis 1994 Redakteur der Zeitschrift Wespennest. Er war in den Jahren 1986 bis 1998 unter dem Namen Richtex als bildender Künstler tätig. Seit 1973 erschienen sechs Gedichtbände und zwei Romane, zuletzt in der Edition Korrespondenzen Obachter (2007), Fliege. Roman eines Augenblicks (2010) und Der zarte Leib (2015)




E. A. Richter, Schreibzimmer. Gedichte
Originalausgabe
160 Seiten, Hardcover, fadengeheftet, mit Lesebändchen
ISBN 978-3-902113-94-8      € 20,00