E. A. Richter

Obachter
Gedichte


Was ist ein Obachter? Und wie unterscheidet er sich vom Beobachter? Der Beobachter richtet seine Wahrnehmung gezielt auf die Dinge. »Obachter« hingegen »wird man nicht freiwillig, es springt einen an« (Anne Carson). Vom Geschehen erfasst, folgt der Obachter den Impulsen seines Bewusstseins. In den unkontrolliert kaskadierenden Bild- und Gedankenfolgen brechen verschüttete Momente auf.

Im Zentrum von E. A. Richters Obachter-Gedichten steht der alternde Körper mit seinen noch immer jungen Erinnerungen und vitalen Empfindungen. Meist ist es unscheinbar Alltägliches – ein Morgenschimmer, der Streit mit einer Geliebten, die eigenen Haare, der Schweiß, Nachtgestalten –, über das sich das obachtete Hier und Jetzt in die Vergangenheit und Zukunft verzweigt: hin zum Geruch der Großmutter, zur Kindheit und zur bereits bedrohlich mahlenden »Knochenmehlmaschine«.

Leicht im Rhythmus, stark in den Bildern, empfindsam und ungeschminkt im Erzählen: Gedichte vom Altern, von der Lebenslust und all dem, was war, nicht war und hätte sein können.



E. A. Richter, geb. 1941 in Tulbing, lebt in Wien. 1970 bis 1994 Redakteur der Zeitschrift Wespennest. Er war in den Jahren 1986 bis 1998 unter dem Namen Richtex als bildender Künstler tätig. Seit 1973 erschienen sechs Gedichtbände und zwei Romane, zuletzt in der Edition Korrespondenzen Fliege. Roman eines Augenblicks (2010), Schreibzimmer (2012) und Der zarte Leib (2015)



E. A. Richter, Obachter. Gedichte
Originalausgabe
160 Seiten, Hardcover, fadengeheftet, mit Lesebändchen
ISBN 978-3-902113-53-5      € 20,00 / sfr 33,90