Claudio Magris

Schon gewesen sein
Aus dem Italienischen von Marianne Frisch


Was uns, die wir in Bratislava, in Czernowitz, Varaždin, Wien oder irgendeinem anderen Loch im pannonischen Sumpf geboren sind, von betriebsameren Zeitgenossen auf der Fifth Avenue oder sonstwo unterscheidet, ist eine spezifische Art von Glücksfähigkeit, nämlich: zu verstehen, dass das Leben da ist, schon gewesen, geschützt vor jedwedem Unheil, eine verfallene Zwanzig-Kronen-Note, die man an die Wand hängt, unter Glas, ohne Furcht vor der Inflation. »Das große Glück, schon gewesen zu sein«, ist die Erbschaft, die wir von Mitteleuropa bekommen haben: »ein Safe, leer, doch mit einem Schloss davor, das die begierigen Einbrecher entmutigt, was auch immer da zu deponieren«.

Mit Essere già stati (Schon gewesen sein) hat Claudio Magris einen luziden Monolog voll sanfter Ironie, ein »Mikrodrama«, von hinreißender Schönheit und Musikalität geschaffen.

Claudio Magris, geb. 1939 in der Vielvölkerstadt Triest, Professor für deutsche Literatur in Triest, hat sich immer als Dolmetscher verschiedener Kulturen verstanden. International bekannt wurde er mit zahlreichen Büchern, in denen er Mitteleuropa als kulturhistorische Einheit begreift, die sich den nationalstaatlichen Markierungen versagt und auch die Länder des Ostens umschließt.



Claudio Magris, Schon gewesen sein
Italienisch / Deutsch, übersetzt von Marianne Frisch
28 Seiten, französische Broschur, fadengeheftet
ISBN 3-902113-31-6     € 8,– / sfr 14,40

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