Zbyněk Hejda

Lady Feltham
Valse mélancolique

Aus dem Tschechischen von Christa Rothmeier



Die Sonne steigt langsam herab, dunkle Röte sickert durch den Sommer am Abend. – Eine fieberhafte Erotik durchzieht Zbyněk Hejdas Gedichte und Prosatexte, die zugleich vom Wissen um die Allgegenwart des Todes erfüllt sind. Vom ewigen roten Licht in den Kirchen, von offenen Gräbern, verwilderten Weingärten und modernden Federbetten ist da ebenso die Rede wie von stummen Verrückten, Verzweifelten, die geschüttelt im rosigen Fleisch der Dirnen vergehen. Und während der Regen ein durchfrorenes Grüppchen Begräbnisgäste durchnässt, pisst ein Betrunkener im Hof eines Wirthauses. »Man ahnt herrliche brennende Schöße«.


Zbyněk Hejda, 1930 in Hradec Králové (Königgrätz) geboren, lebt in Prag und im Dorf Horní Ves auf der Böhmisch-Mährischen Höhe. Seine Bücher konnten bis 1989 fast ausnahmslos nur im Untergrund erscheinen. Nach Unterzeichnung der Charta 77 musste Hejda – auch Übersetzer von Emily Dickinson, Georg Trakl und Gottfried Benn – seinen Lebensunterhalt als Hausmeister verdienen.

Mit Lady Feltham (1979) und Valse mélancolique (1995) schuf er zwei Schlüsselwerke der tschechischen Lyrik des 20. Jahrhunderts. Teilweise handelt es sich bei diesen Texten um Traumnotate – Träume von Japanerinnen etwa, oft skurril, mitunter verstörend –, nebst einem Lobgesang auf die alten chinesischen Dichter, die »vollkommen besoffen von Reisschnaps« Verse über einen blühenden Pflaumenzweig schrieben und so »die Poesie des Alters aus der Betrunkenheit destillieren«.

Zbyněk Hejdas literarisches Schaffen wird mit diesem Band, der beide Sammlungen integral und in zweisprachiger Form enthält, erstmals auf Deutsch zugänglich gemacht.




Zbyněk Hejda, Lady Feltham / Valse mélancolique
Deutsche Erstausgabe
Tschechisch / Deutsch, übersetzt und mit einem Nachwort von Christa Rothmeier
180 Seiten, gebunden, Fadenheftung, Lesebändchen
ISBN 3-902113-16-2     € 22,20 / sfr 37,70

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