Franz Hammerbacher

Naqoura
Miniaturen


Die Szene wirkt wie aus dem Repertoire des absurden Thea­ters: Ein kleiner Flecken in der Südwestecke des Libanon. Eine staubige Landstraße, die gen Süden ins Niemandsland führt. Direkt am Küstensaum liegt Camp Naqoura, das Hauptquartier der UN-Friedensmission im Libanon. Mehr als 3 000 Soldaten versehen hier als »eingezäunte Zweibeiner im Ge­hege« einen Dienst, dessen Sinn sich aus der Innenperspektive nicht erschließt.

Franz Hammerbacher, der bereits mit Bravo Hotel ein viel beachtetes Buch über den Soldatenalltag als Peacekeeper vorgelegt hat (»eine von Grund auf zivile, in einem ursprünglichen Sinne freundliche Phänomenologie«, so die Neue Zürcher Zeitung), hat sich noch einmal sonder Vorbehalt dem Mikro­kosmos Bundesheer ausgesetzt und überrascht nun mit einem neuen, vielgestaltigen Band, der u. a. auch Gedichte, ein Kochrezept, ein Dramolett und einige Readymades, etwa zur »Rasur­einschränkung«, enthält.

Naqoura versammelt lakonische Miniaturen aus dem Innenleben einer militärischen Gemeinschaft, die einmal mehr auf vergnügliche Weise zeigen, dass Sprache auch in sozial extremen Lagen ein probates Mittel ist, der Welt zu begegnen.


Franz Hammerbacher, geb. 1967 in Hollabrunn, Niederösterreich, lebt in Wien. Studium der Publizistik und Romanistik. Er war Universitätslektor, Literaturverleger und Soldat in friedenserhaltenden Missionen. Bisher erschienen: Bravo Hotel (2010) und Passagen (2012). Naqoura bildet den dritten und abschließenden Teil des Zyklus »Soldiers & Sailors«.




Franz Hammerbacher, Naqoura. Miniaturen
Originalausgabe
ca. 144 Seiten, Flexcover, fadengeheftet
ISBN 978-3-902951-22-9    ca. € 17,00      (erscheint im November 2016)


Autoren-Website: www.franzhammerbacher.at