Petr Halmay

Schlusslichter
Aus dem Tschechischen von Christa Rothmeier



Schlusslichter von Petr Halmay ist eine knappe, lakonische Lebensbilanz eines Mittvierzigers. Seine Gedichte umspielen in feinen Tönen jene Zäsur in der Mitte des Lebens, wo die eigene Endlichkeit nicht nur bewusster, sondern vor allem auch stärker wahrgenommen wird. Elegisch gestimmte Orte – eine dahinkümmernde Sommerfrische, das Möbellager eines Theaters, hölzerne Bootshäuser – grundieren die still bewegten Bilder und Momentaufnahmen, in welche nach und nach erst der Sohn, dann der Vater, die Mutter und die eigene Frau auftauchen. Diese gewinnen zunehmend an
Raum, sodass sich inmitten »des von keinem gesehenen Todes« eine zarte Verschiebung abzeichnet von der wehmütigen Stagnation hin zu einem in seiner Brüchigkeit glückenden Leben.
Mit sicherem Gespür für Details, ja scheinbare Nebensächlichkeiten, kreiert Halmay eine Atmosphäre, die in ihrer
Leichtigkeit und Melancholie jene entscheidenden existenziellen Zwischentöne einfängt, die das menschliche Sich-Selbst-Fremdsein sichtbar werden lassen und es in heilsamer Stille auffangen.


Petr Halmay, geboren 1958 in Prag, wo er auch heute lebt. Publikationsverbot in der ČSSR. Er arbeitet u. a. als Lehrer, Magaziner, Zeitungs- und Radiojournalist und als Techniker und Kulissenarbeiter in einem Theater.
Seit 1991 sind insgesamt 4 Gedichtbände erschienen, zuletzt: Hluk (Lärm, 1997) und Koncová světla (Schlusslichter, 2005). 2007 wurde Petr Halmay für Schlusslichter als einem »bedeutsamen dichterischen Werk, das an die beste Tradition und den Geist der mährischen Poesie« anknüpft, mit dem Jan-Skácel-Preis ausgezeichnet.




Petr Halmay, Schlusslichter. Gedichte
Deutsche Erstausgabe
Tschechisch / Deutsch, übersetzt von Christa Rothmeier
80 Seiten, Hardcover, fadengeheftet, mit Lesebändchen
ISBN 978-3-902113-61-0     € 17,90 / sfr 32,–