Kurt Drawert

Nacht. Fabriken
Hauser-Material und andere Prosa



In Prosatexten von hintergründiger Dichte legt Kurt Drawert den Blick frei auf die Beschädigung des Individuums durch die Gewalt sozialer Systeme. Den Phrasen bis zu dem Punkt nachgehend, wo sie verkörpert sind, diagnostiziert er die Krankheit der Welt als die Krankheit ihrer Texte. Literarisch anspielungsreich und in luziden gedanklichen Verknüpfungen erzählt er die Geschichte des Körpers als die eines Fremdkörpers, legt Brüche der Identität und der Erinnerung offen. In seinem Hauser-Material – in diesem Band erstveröffentlicht – bedient sich Drawert der Figur Kaspar Hauser als einer Metapher für das ausgegrenzte Irrationale, das mit der Auflösung der antipodischen Gesellschaftssysteme von Ost und West in die aufgeklärte Welt einbricht.

Kurt Drawert wurde 1956 in Hennigsdorf (Brandenburg) geboren. Lehre als Elektronikfacharbeiter in Dresden, Studium am Institut für Literatur in Leipzig, seit 1986 freier Autor. Lebt in Darmstadt. Sein literarisches Werk erscheint vornehmlich im Suhrkamp Verlag. Literarische Auszeichnungen: Leonce-und-Lena-Preis, Ingeborg-Bachmann-Preis, Uwe-Johnson-Preis, Nikolaus-Lenau-Preis, Arno-Schmidt-Stipendium u.v.a.




Kurt Drawert, Nacht. Fabriken. Hauser-Material und andere Prosa
Mit Fotografien von Ute Döring
160 Seiten, gebunden, Fadenheftung, Lesebändchen
Einmalige, nummerierte und signierte Auflage von 500 Exemplaren
ISBN 3-902113-02-2     € 20,
/ sfr 34,

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