Michael Donhauser

Die Elster
Nach Claude Monets »La pie«



In Claude Monets Bild La pie sitzt vor der Weite einer Schneelandschaft eine Elster, einer Note gleich, als ein fa auf der obersten Sprosse eines Gatters. Michael Donhauser gibt der klingenden Stille dieses Bildes ein Echo: Er übersetzt den Raum, den Monets Winterbild eröffnet, in Sprache, in den poetischen Text – und schreibt diesen fort.

Sympathetisch, in wiederholter Annäherung, erfasst Donhauser unterschiedliche Bildbereiche, legt, was der Schnee bedeckt, als Erinnerung frei. Und im Sehen und Erkennnen stellen neue Bilder sich ein: Das ländlich Schneeverwehte wechselt mit regennassem Asphalt, die Stadtlandschaft mit dem Dorf, der Morgen mit dem Abend. Durchlässig geworden heben die scheinbaren Gegensätze sich auf.

»Ein Gedicht ist eine Sprache aus Echos und Findlingen und Blicken zu Boden und auf in die Weite.« Gefunden wird so auch die Dauer, die nicht vergehende Zeit. Und Michael Donhausers Die Elster erweist sich als kleines Epos, als Heldengedicht, mit dem Raum als dem wahren Helden.

Michael Donhauser, geboren 1956 in Vaduz, lebt seit 1976 in Wien. Gedichte, Aufsätze, Prosa, Übersetzungen (Arthur Rimbaud, Francis Ponge). Literaturpreise, u.a.: Manuskripte-Preis (1990), Christine-Lavant-Lyrik-Preis (1994), Mondseer Lyrikpreis (2001), Christian-Wagner-Preis (2002).
Buchveröffentlichungen (Auswahl): Der Holunder (Verlag Droschl 1986), Dich noch und. Liebes- und Lobgedichte (Residenz Verlag 1991), Von den Dingen (Hanser Verlag 1993), Sarganserland (Urs Engeler Editor 1999), Die Gärten. Paris (Urs Engeler Editor 2000)




Michael Donhauser, Die Elster
Originalausgabe
mit einer Postkarte von Claude Monets La pie
32 Seiten, broschiert, vom Autor signiert
ISBN 3-902113-15-4     € 9,
/ sfr 16,20

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