In der Tokioter U-Bahn werden im Gedränge abgerissene Ärmel und verloren gegangene Schuhe in Körben eingesammelt.
Was die Tunnel der Londoner Tube verstopfen könnte, sind die Haare von Millionen von Passagieren.
Die U-Bahn als geschlossener Raum: ein Alptraum.
Lange bevor ich das erste Mal U-Bahn gefahren bin, waren es Schienen – meine Träume sind immer schon auf Schienen gelaufen und bevor sie entgleisen können, wache ich auf.
Der Ausgang ist oben.
Jeder Anfang ist ein Ausgang.
Lucas Cejpek hat sich tief in die Schächte und Bedeutungssphären eines der ungefährlichsten Verkehrsmittel der Welt vorgewagt und sich mit der Wiener U-Bahn auf Forschungsreise begeben – quer durch sämtliche Tunnelsysteme und U-Bahn-Geschichten, mitten hinein in die suburbanen Lebensweisen der Großstadtbewohner. Denn im Untergrund wird auch gegessen, gelesen, geliebt und gelitten: Fastfood, U-Bahn-Express, Quickie und Handydrama.
Einsteigen, Aussteigen, Umsteigen, kurze Wartezeiten, Schnitt. Tempo und Effizienz der U-Bahn beflügeln seit jeher nicht nur die Fantasie der Techniker, sondern auch die der Schriftsteller, Fotografen und Filmemacher. Lucas Cejpek bündelt diesen U-Bahn-Kosmos zu einer kleinen literarischen Soziologie, in der die Sätze in losen Notaten so dicht aufeinander folgen wie Haltestellen und Züge.
»Stellen Sie sich einen Roman vor, der zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt spielt: die Welt in 29 Minuten! Was wäre das für ein Stück, mit Durchsagen und Telefonaten! Ein Gedicht im Rhythmus der Stationenfolge!«
Lucas Cejpek, geboren 1956 in Wien, freier Schriftsteller, Theater- und Hörspielregisseur. Er veröffentlicht seit 1988 Essays, Romane und Gesprächsbücher. Seine Poetik ist 1998 unter dem Titel 16.000 Kilometer. Selbstbeschreibung erschienen.
Lucas Cejpek, Dichte Zugfolge
Originalausgabe
112 Seiten, broschiert, fadengeheftet
ISBN 3-902113-44-8 € 15,– / sfr 26,–
Pressestimmen