Ilse Aichinger

Subtexte

Am 1. Januar 2005, nach Abschluss ihres Buches Unglaubwürdige Reisen, eröffnet Ilse Aichinger noch einmal ein Journal: wechselt die Zeitung, wechselt das Café und schreibt Woche für Woche an einem furiosen, poetisch erzählenden Essay.
Mit der Boulevardpresse und den Büchern des Philosophen E. M. Cioran auf dem Kaffeehaustisch, ist Aichinger der Definition von »Subtext« auf der Spur. Mit größter Genauigkeit und funkenschlagender Komik schreibt sie »vom Ende her und auf das Ende hin« und entfaltet einen zusammenhängenden Zyklus, in dem das Blitzhafte des Denkens und der Erinnerung sich als lang nachrollender Donner entlädt.
Ilse Aichingers Subtexte sind eine Intervention gegen Verharmlosung und primitives Einverständnis. »Positiv denken ist das Gegenteil von Denken.« Es ist ein wildes Buch, an dessen Schluss noch einmal – wie in der berühmten »Spiegelgeschichte« – Ende und Anfang, Geburt und Tod, in eins fallen. Die Anarchie einer 85-jährigen großen Dichterin.

Ilse Aichinger, geb. am 1. 11. 1921 in Wien, wo sie seit 1988 auch wieder lebt. Ihr Werk, vielfach ausgezeichnet, zählt zum Bedeutendsten der deutschen Nachkriegsliteratur.

In der Edition Korrespondenzen erschienen:
Kurzschlüsse
CD Kurzschlüsse, gelesen von Ilse Aichinger
Subtexte
Der Wolf und die sieben jungen Geißlein (Ilse Aichinger / Brüder Grimm)
Es muss gar nichts bleiben. Interviews 1952-2005



Ilse Aichinger, Subtexte
Originalausgabe
80 Seiten, Hardcover, mit mit Lesebändchen
ISBN 978-3-902113-46-7    € 16,–  

Pressestimmen